Braderup ist einer der am wenigsten besuchten Orte Sylts – und genau das macht das Restaurant Steck so besonders. Wer den Weg auf sich nimmt, wird mit einem Abend belohnt, der im Kontrast zu allem steht, wofür die Insel sonst bekannt ist: keine Laufkundschaft, keine Hektik, kein Sehen-und-Gesehenwerden. Das Lokal strahlt jene norddeutsche Ruhe aus, die man auf Sylt immer seltener findet, und der Empfang ist aufrichtig herzlich.
Die Küche folgt dem Rhythmus der Jahreszeiten und passt die Karte entsprechend an: Fisch, wenn er vom Watt kommt, Wild im Herbst, frisches Gemüse im Sommer. Das Handwerk ist solide und unaufgeregt, ohne dabei langweilig zu sein – man merkt, dass hier nach eigenen Maßstäben gekocht wird, nicht nach dem, was andere Gäste erwarten. Die Karte ist bewusst kurz gehalten, jedes Gericht durchdacht. Die Weinkarte überrascht mit einer Auswahl, die für ein Restaurant dieser Größe und Lage ungewöhnlich durchdacht ist.
Das Steck ist ein Restaurant, das belohnt, wer es sucht. Der Umweg von Westerland oder Kampen lohnt sich, und der ruhige Abend in Braderup hat eine eigene Qualität, die man im Rest der Insel vergeblich sucht.