Westerland denkt beim Abendessen meist zuerst an Fisch und norddeutsche Klassiker — und das zu Recht. Wer aber nach ein paar Tagen Matjes und Scholle Lust auf mediterrane Wärme hat, findet im Pablito eine überzeugende Adresse. Die Tapas-Bar bringt spanisches Lebensgefühl in die norddeutsche Realität, und das mit einer Ernsthaftigkeit, die über das bloße Dekorieren mit Flamenco-Postern hinausgeht.
Die Tapas-Auswahl ist klassisch und handwerklich solide: Patatas Bravas mit der richtigen Balance zwischen Schärfe und Aioli, Gambas al Ajillo, die in der Pfanne brutzeln und den Raum aromatisieren, Croquetas und weitere Vertreter der spanischen Tapa-Tradition. Dazu gibt es Rioja, Albariño und andere iberische Weine, die den Abend in den Süden verlagern. Die Atmosphäre ist warm, die Tische stehen eng und einladend beieinander — so, wie Tapas gedacht sind: nicht als Einzelgericht, sondern als Einladung zum Teilen und Verkosten. Für Gäste mit Hund ist das Pablito eine der wenigen Anlaufstellen in Westerland, die das problemlos akzeptieren — ein praktischer Vorteil auf einer Insel, auf der viele Restaurants in dieser Hinsicht restriktiv sind.
Pablito funktioniert am besten zu zweit oder in der Gruppe, mit dem festen Vorsatz, mindestens sechs verschiedene Tapas zu teilen und den Abend nicht zu beeilen.