Es gibt Restaurants, die durch ihren Namen bereits eine Erwartung setzen, und dann gibt es Oma Wilma — ein Name, der keine Ansprüche verschleiert und dafür umso verlässlicher liefert. In einem der schönsten Friesenhäuser von Keitum hat sich dieses Lokal als Hommage an die nordfriesische Küche etabliert, so wie sie war, bevor sie entdeckt, verfeinert und für Gastroführer aufbereitet wurde: direkt, herzlich, opulent in der Portion und ehrlich im Geschmack.
Die Karte liest sich wie ein Lexikon der norddeutschen Hausmannskost: Grünkohl mit Pinkel und Kochwurst zur passenden Jahreszeit, Labskaus für Freunde dieser ebenso ikonischen wie erklärungsbedürftigen Spezialität, gebratene Scholle mit Bratkartoffeln und Remoulade für alle, die es unkompliziert mögen. Die Portionen folgen der Logik, nach der gute Omis immer nach dem Prinzip „besser zu viel als zu wenig" kochen. Der Nachmittag gehört dem hausgemachten Kuchen — in Qualität und Vielfalt das Gegenstück zu Nielsens Kaffeegarten im direkten Ortsdialog. Die Atmosphäre ist urig, ohne folkloristisch zu wirken, der Service herzlich und ohne jede Form von Kühle.
Oma Wilma passt perfekt in einen Keitum-Bummel: Dorfspaziergang, Kirche besichtigen, Sylter Wattenmeer bestaunen, dann einkehren und sich satt essen.