Hörnum gilt als das ruhige Ende der Insel, und Landfein verkörpert genau diesen Charakter: Hier speist man nicht unter Zugzwang, sondern mit dem Bewusstsein, an einem der stillen Orte Sylts angekommen zu sein. Das Restaurant hat sich der regionalen Landküche verschrieben und versteht darunter mehr als ein Marketingversprechen — die Zutaten kommen aus dem Umland, von der Insel selbst und aus den Gewässern drumherum. Das Ergebnis ist eine Küche, die nach Ort und Jahreszeit schmeckt, anstatt nach globalem Einheitsbrei.
Die Karte wechselt mit den Jahreszeiten und folgt dem, was Wiesen, Deiche und Küste hergeben. Deichlamm erscheint zur passenden Zeit auf dem Teller, Nordseefisch nach aktuellem Fang, Inselgemüse in Zubereitungen, die seine natürliche Süße herausarbeiten. Die Gerichte sind sorgfältig komponiert, ohne in Überambitioniertheit zu verfallen — Landfein versteht sich als Küche, die ihre Zutaten respektiert und nicht versteckt. Dabei gelingt der Balanceakt zwischen Geradlinigkeit und Raffinesse auffallend gut.
Der Garten verwandelt sich im Sommer in einen der schönsten Tafelbereiche im Süden der Insel. Sonnenstunden auf Sylt sind kostbar, und Landfein weiß, wie man sie nutzt. Für alle, die nachhaltiges Essen nicht als Verzicht, sondern als Genuss verstehen, ist dieses Restaurant eine Offenbarung.