Manche Orte tragen ihre Geschichte nicht als Dekoration, sondern als Substanz. Die Kupferkanne in Kampen ist so ein Ort: Ein ehemaliger Bunker aus dem Zweiten Weltkrieg, durch den man sich heute zwischen Tortenplatten und Kerzenleuchtern hindurchbewegt, durch verwinkelte Gewölbe mit niedrigen Decken, vorbei an blumenbestückten Holztischen und einer Einrichtung, die irgendwo zwischen Großmutters Wohnzimmer und einer kuriosen Zeitkapsel liegt. Über 4.000 Google-Bewertungen und ein Auftritt in Eugene Levys Apple TV-Dokumentation „The Reluctant Traveler" haben das Café international bekannt gemacht.
Die Backwaren sind das Herzstück: Schwarzwälder Kirsch, Käsekuchen, Pflaumenkuchen und die Friesentorte werden nach traditionellen Rezepten gebacken, nicht rationalisiert, nicht vereinfacht. Der Kaffee kommt aus der hauseigenen Rösterei, deren Arabica-Mischungen aus Afrika und Südamerika mit der Goldmedaille der Deutschen Röstergilde ausgezeichnet wurden. Im verwunschenen Garten betreibt die Kupferkanne außerdem die Kuka Espresso Bar – dieselbe Röstqualität, andere Atmosphäre, oft kürzere Wartezeiten.
Die Kupferkanne ist keine Entdeckung mehr, sondern ein Pflichtprogramm – und sie verdient diesen Status.